Rennen: Zierenberg Bike Marathon

Foto: LST-Waldhessen
Foto: LST-Waldhessen

Sonntagfrüh, Wochenende. Endlich einmal ausschlafen. Von wegen. Um 5:45 Uhr reißt mich der Wecker aus den Träumen. Das letzte Saisonrennen „Rund um den Zierenberg“ steht an. Bei nasskalten 8 Grad starten Mario und ich um 6:30 Uhr Richtung Kasseler Berge...

 

52 km, 1.280 hm / 37km, 930 hm

Aus einem schönen Sonnenaufgang werden herbstliche Regenschauer. Schlimmer geht nimmer. Nichts für Warmduscher heute. In Zierenberg angekommen treffen wir gleich unseren Bischhäuser Sportkameraden Helmut Zimmermann, der heute auch unsere Farben im neuen Trikot vertreten wird. Bei der Anmeldung werden wir von Rennchef Karl-Heinz Rietze persönlich begrüßt. Er meinte: „Die Strecke ist etwas aufgeweicht, durch die paar Schlammlöcher einfach Kette rechts und mitten durch. Das geht schon“. Vor dem Start noch ein Kaffee im Frühstück-Zelt, kleine Gewichtsoptimierung in der Dixigasse und schon ist´s so weit. 9:15 Uhr. Ich steh im Startblock für die 53km Runde. Mario und Helmut, beide 37km Kurzdistanz, geben mir von außen noch wertvolle Taktiktipps wie „wer bremst verliert, lieber tot als zweiter usw. usw.“ Ich starte aus dem hinteren Drittel und lass es ruhig angehen.

Im ersten Trail winke ich freundlich zwei Holländern zu, die auf allen Vieren in einem riesen Schlammloch ihre Carbonbikes suchen. Blos raus hier. Auf dem nächsten festen Weg haben meine Reifen vom Matsch die Ausmaße eines Fatbike Reifens und drehen sich kaum noch im Rahmen. Egal. Das muss das Bike abkönnen. Auf den festen Wegen läuft es jetzt gut und sogar die Sonne guckt durch die Wolken. Doch der nächste Trail kommt. Diesmal bergauf. Schon von weiten sehe ich die bunten Trikots der Konkurrenz aufgereiht wie an einer Perlenkette. Was zum Teufel machen die verkleideten Rennradfahrer da? Pilze suchen? Unglaublich, die schieben. Warum erfahre ich sogleich. Schmierseife hat mehr Grip. Sogar laufen ist fast unmöglich. Von wegen „Kette rechts“. Danke Karl-Heinz :-). 

(Rennfotos: www.reitmaier-foto.de - Danke für die freundliche Zusammenarbeit und Unterstützung!)

Ich komme an die Streckentrennung 37/53km. Wie gern wäre ich jetzt rechts auf die kurze Distanz abgebogen. Aber aufgeben? Niemals, solange das Bike läuft. Auf den letzten 15km folgt Trail auf Trail. Mittlerweile ist mir der Schlamm sch….egal. Ich befolge den Tipp vom Karl-Heinz. Kette rechts und mittendurch. Nach 4-5 Metern ist das 29“ Vorderrad bis zur Achse in der braunen Pampe versunken. Ich muss mit meinen Shimano Race Schlappen absteigen. Moorbad bis zu den Knien. Kostenlos. Die letzten 10km bin ich allein auf weiter Flur. Kein Biker vor mir, keiner hinten zu sehen. Nur die eingefahrene Spur sagt mir, dass ich noch richtig bin. Mein gesetztes Zeitlimit von 3Std liegt im letzten Schlammloch begraben. Jetzt das Ding nur noch sturzfrei heimfahren. Fast unglaublich, dass das Bike immer noch tadellos funktioniert. Nach 3:16 Std biege ich auf die Zielgerade ein. Mario und Helmut begrüßen mich lautstark mit den Worten: „Alter, wo bleibst du denn“. Besser konnten sie es allerdings auch nicht.

Kurios. Wir drei haben alle den 17. Platz in der jeweiligen Altersklasse belegt. Darauf erst mal das obligatorische Zielweizen (natürlich alcfrei), Bikes und Fahrer vom Schlamm befreien, mit dem Nudelgericht die verbrannten Kalorien auffüllen und Siegerehrung gucken. Gegen 15:30 Uhr verlassen wir Zierenberg Richtung Heimat. Trotz Megaschlammtrails hat´s wohl den meisten der 543 Teilnehmern Spaß gemacht. Ich jedenfalls habe meinem Wecker den 5:45 Uhr Alarm verziehen.

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