Rennen: 6 Stunden ICEMAN in Rotenburg/F.

6 Stunden Rennen bei Minus 2 Grad auf dem Mountainbike. Samstag morgen trafen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Rotenburg a. d. Fulda beim Jugendhof um die meisten Runden (2,8 km Rundkurs) im Einzel, 2-Team,- oder 4-Team zu fahren.

Jede Sekunde zählt, keine Gnade, keine Rücksicht, es kann nur Einen geben.

Dieses Motto hatten wir so nicht ganz :-)

Spass beim biken!!! - war das oberste Gebot, das Beste geben, 100%, lebendig irgendwie ins Ziel kommen...

Samstag, freier Arbeitstag, ausschlafen. <peeeeep> Der Wecker rappelte sehr früh. Völlig desorientiert ging es in die Küche zum Frühstück. Kleiner Snack, das Bad angesteuert, fertig gepackte Tasche mit dem MTB Zeugs ins Auto geladen, das Bike in den Kofferraum gehievt und ab ging es nach Rotenburg zum Jugendhof. Hier war der Austragungsort des 6 Stunden ICEMAN Rennens. Nach einem kurzen Schwätzchen mit der freundlichen Dame von German Quest haben wir eingecheckt und eine Tasche mit den Startnummern und  Kapuzen-Sweat-Jacken bekommen. Wir starteten mit zwei 2er-Teams.

Der Start:

Vor dem Rennen gab es vom Veranstalter eine kurze Unterweisung. Dann war um 09:45 Uhr Startaufstellung aller Biker. Der Countdown ging los...

10...    3... 2... 1...  GOOOO.

Mit Vollgas ging es gleich uphill die ersten gefühlten paar hundert Meter Richtung Wald. Im 20 Sekunden Abstand folgten die 2er,- und dann 4er-Teams. Das Rennen hat somit offiziell begonnen.

Das Rennen:

Die Rennstrecke war ähnlich wie im Vorjahr; hat sich zum Ende ein wenig geändert und verlängert.


Nach der Hälfte der Renn-Zeit wurden die Fahrspuren an den matschigen Stellen immer tiefer und eingefahrener, jetzt gab es zwei Möglichkeiten: 

- Geschwindigkeit macht stabil: mit Tempo darüber fliegen oder

- eine alternativ-Spur daneben finden.


Spannend war auch dieser kurze knackige Anstieg mit armdicken Baumwurzeln, die verschlungen aus der Erde ragten zum Ende der Strecke, die hochwärts überwunden werden mussten. Anfangs manövrierte sich das Bike noch gut hoch. Einige matschige Stunden später, nachdem 80 Biker alle 11 Minuten diesen Weg fuhren, sah dieser Weg ganz anders aus. Vielleicht waren aber auch nur die Holzrücker im Wald, die ich übersehen hatte. Auch mich hats hier vom Bike gefegt: Blackhawk-Bike-down.

Die letzte Runde, irgendwas vor 16:00 Uhr:

Zum Ende des Rennens wurde es mit meinem 2er-Team-Kollegen noch einmal spannend. Er rollte ins Ziel, die Zeit wurde nach meiner Berechnung verdammt eng, um mein bike und mich das letzte mal auf die Strecke zu schicken um die Runde noch in die Wertung einfließen zu lassen (bis 16:00 Uhr). Die letzte Runde stand also vor mir. Leicht schmerzerfüllt, krampfgeplagt, mit voller Dosis Magnesium und Adrenalin im Körper schwang ich mich das letzte Mal (an diesem Tag) auf den Sattel. Die kleine Unebenheit am Anfang wurde jetzt zum mittelschweren Hindernis. Das MTB fuhr auf dem kleinsten Gang. Verdammt, ich hatte den ersten Gang schon eingelegt, weiter hochschalten war nicht mehr. Egal. Die Zeit wurde eng. Kopf aus(geschaltet), Beine an. Gas! Naja, zumindest was noch an Reserve-Power rausgeholt werden konnte. Über die Hälfte der Strecke hinter mich gebracht, hörte ich in naher Ferne vom Zielbereich eine Stimme aus den Lautsprecherboxen: "noch 3 Minuten". Das wird`n enges Ding.

Die Beine machten was sie wollten und nicht mehr was sie sollten. Durchhalten, das Ziel ist in der Nähe. Wie im Zeitraffer folgte der nächste Countdown: "noch 2 Minuten". Der unmittelbar letzte "Hügel" lag vor mir, die letzten Anfeuerungsversuche sollten mich noch pushen. Fast vom Fahrrad fallend musste das Bike zwangsabgestiegen werden. Entsetzt - kurz vorm Ziel vom eigenen Mountainbike geschoben zu werden, fragte mich anfeuernd eine der Zuschauerinnen am Wegrand: "Was um alles in der Welt machst du da jetzt?".

"Schieben, das siehst du doch :)".

Auf der Geraden und die lezten Kurven noch vor mir, die Zeit hing mir im Nacken, hatte ich nur noch einen Gedanken:

<Auch wenn du jetzt kurz vor`nem Herzinfarkt stehst, du packst das jetzt - irgendwie in das verdammte Ziel zu kommen. GO GO GO>.

Ich rollte durch die Zeitnahme ins Ziel... es war geschafft!

Persönliches Ziel erreicht - überlebend ins Ziel zu kommen, egal wie.

 

Wir standen nicht auf dem Treppchen, wir hatten keine beste Rundenzeit. Aber das war nicht unser Ziel. Wir hatten Spass, wir gaben alles was möglich war - und haben durchgehalten. 6 Stunden ICEMAN... Grinsend, erschöpft, stolz - aßen wir gemeinsam das angebotene Nudelgericht, ließen einige Ereignisse und Erlebnisse nochmal revue passieren. Dann packten wir unsere Taschen und es ging an die Heimreise.

Lob und Verbesserungsvorschlag:

Das Rennen war, wie auch schon im Vorjahr gut organisiert. Danke an das Orga-Team und die vielen Helfer/innen die dieses event möglich gemacht haben!

Einen Verbesserungspunkt hätte ich aber noch, der im Vorjahr besser gelöst war:

 

2014: Mittags gab es ein geniales Nudelbuffet mit einer umfangreichen Soßenauswahl, wo sich die Biker beliebig oft bedienen konnten. Das war aus diesem Grunde klasse, da man die Möglichkeit hatte, beim mehrfachen Rundenwechsel des Teamkollegen mehrere kleinen Nudel-Snacks zu sich zu nehmen, um dann wieder mit neuer Power voll durchstarten zu können. 

 

2015: Jeder Biker bekam beim Einchecken eine Essensmarke, wo man ENTWEDER mittags oder nach dem Rennen seine Nudelportion bekam. Meiner Meinung nach war dieses etwaige Sparkonzept keine gut durchdachte Lösung. Mehr Flexibilität FÜR den Biker hätte hier nicht geschadet. Vielleicht gibt es im Folgejahr wieder die "Essensregelung" von 2014.

Finish:

Das Rennen hat unseren zwei teilnehmenden 2er-Teams sehr viel Spass gemacht, alle gaben 100% und kamen in einem Stück im Ziel an, Muskelkater gabs auch gratis dazu, das Bike blieb heil.

 

Glückwunsch an alle, die auf dem Sieger-Treppchen gestanden haben und ein dickes Lob an alle Biker/innen, die sich dieser 6 Stunden ICE-Man Herausforderung gestellt haben!!!

 

Danke auch an unsere angereisten Team Mitglieder/innen und Familienmitgliedern die uns angefeuert haben, hat uns echt motiviert und gefreut!

 

ICEMAN 2015 - wir waren dabei - und habens geschafft...

Ergebnisse:

Einzelstarter:
Einzelstarter.pdf
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Gesamt:
Gesamt.pdf
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2er-Team:
2er-Team.pdf
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4er-Team
4er-Team.pdf
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(Link führt auf die externe Seite von  www.my3.raceresult.com/)

Kommentare: 4 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Mario H. (Montag, 26 Januar 2015 23:00)

    Da ist alles gesagt, beim Durchlesen prompt wieder Muskelzucken bekommen.Top Bericht Stefan, beide Daumen nach oben !!!!!!!!!

  • #2

    David (Dienstag, 27 Januar 2015 06:13)

    Super Bericht Stefan

  • #3

    Peter (Dienstag, 27 Januar 2015 18:21)

    Prima Bericht, tolle Bilder. Da kriegt man Lust das nächste mal wieder mit zu machen :-)

  • #4

    TomTom (Mittwoch, 28 Januar 2015 12:35)

    das liest sich richtig gut.Da kriegt man wieder richtig Spaß aufs Bike zu steigen. Hoffe das es bald bei mir auch wieder klappt.

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